Projekte

Neubau Volkstheater Rostocker
Lange Straße, 18055 Rostock

Das aktuelle Volkstheater Rostock mit Standort in der Doberaner Straße entspricht baulich und technisch nicht mehr den aktuellen Anforderungen an ein modernes Theater. Die dringend notwendige umfassende Sanierung hat sich als unwirtschaftlich erwiesen, sodass ein Neubau die einzige Option darstellt, dem Volks­theater langfristig in der Hanse- und Universitäts­stadt Rostock eine Bühne zu geben.

Mit dem durch die Rostocker Gesellschaft für Stadt­erneuerung, Stadt­entwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) ausgelobten Planungs­wettbewerb zum Theater­neubau rückt dieser nun in greifbare Nähe. Entstehen soll ein zeit­gemäßes Vier-Sparten-Haus im Herzen Rostocks, das sich den Kategorien Schauspiel, Oper, Konzert und Tanz widmet. Mit der Umsetzung des Bauvorhabens wird der Eigenbetrieb KOE Rostock beauftragt.

Städtebaulicher Architektenwettbewerb

Nachfolgende Preisträger wurden von der Jury am 16. September 2019 in Rostock ermittelt:

1. Platz: Hascher Jehle Assoziierte GmbH
(Berlin, Deutschland)

3. Platz: Bez + Kock Architekten Generalplaner GmbH
(Stuttgart, Deutschland)

3. Platz: pfp architekten bda
(Hamburg, Deutschland)

Politische Grundlagen

Am 06.05.2015 beschloss die Rostocker Bürgerschaft, den Theaterneubau im Stadthafen am Areal „Bussebart“ zu realisieren. Auf Grundlage dieser Entscheidung entwickelte die RGS das Quartier­blatt „Bussebart“, das am 11. April 2018 von der Bürgerschaft ungeändert beschlossen wurde. Das Quartier­blatt widmet sich in hohem Maße dem Theaterneubau, der eine weitere Baulücke im Sanierungs­gebiet „Stadtzentrum Rostock“ schließt. Gleichzeitig werden damit die in der 2. Fort­schreibung des Städte­baulichen Rahmenplanes übergeordneten Sanierungs­ziele konkretisiert.

Die Suche nach den Architekten für den geplanten Theater­neubau erfolgte anhand eines nicht­offenen anonymen Realisierungs­wettbewerbs mit EU-weiter Bekanntmachung. Aus allen Bewerbungen wurden zehn Teilnehmer zum Wettbewerb zugelassen. Ein Preis­gericht, bestehend aus Architekten, Vertretern der Stadt­verwaltung und des Volks­theaters, hat die Entwürfe in einer Jurysitzung am 16.09.2019 unter den Gesichts­punkten Nutzungs- und Grundriss­konzept, Wirtschaftlichkeit und städte­bauliche Idee bewertet. Unter den zugelassenen Arbeiten wurden drei Preis­träger ausgewählt, die am Verhandlungs­verfahren teilnehmen.

Ausblick

Im Anschluss an den Architektur­wettbewerb werden die teilnehmenden Entwürfe öffentlich ausgestellt.

Der Eigenbetrieb KOE Rostock geht anschließend mit den drei Preis­trägern zur Umsetzung des Theater­neubaus in die Verhandlungen. Mit einem der Büros wird zunächst bis zu Genehmigungs­planung ein Planungs­vertrag geschlossen.

Die Kriterien für die Entscheidung des Verhandlungs­verfahrens sind:

  • das Ergebnis des Architektenwettbewerbes (40 % Gewichtung)
  • die Wirtschaftlichkeit des Entwurfes und die damit verbundene Einhaltung des vorgegebenen Kosten­rahmens (50 % Gewichtung)
  • die Honorarvorstellung der Planer (10 % Gewichtung)

Das Verhandlungsverfahren wird Ende 2019 beendet sein und mit einer Entscheidung des KOE-Betriebs­ausschusses zum Abschluss gebracht. Mit dem Gremien­beschluss kann das Architektur­büro vorbereitende Planungen treffen. Parallel dazu werden die Fach­planungen europaweit ausgeschrieben und in 2020 beauftragt. Der Bauantrag kann voraus­sichtlich 2021 gestellt werden, sodass ein Baubeginn 2022 möglich ist.



Fördermittelgeber:

Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden


Artikel:

16.09.2019 Theaterneubau: Die Wettbewerbs-Preisträger stehen fest

„Der Siegerentwurf zeigt einen sehr demokratischen Bau, der von allen Seiten begehbar und erlebbar ist, der sich ideal in das Umfeld einfügt und gleichzeitig die Funktionalität eines Theaters optimal erfüllt. Das Foyer präsentiert sich offen. Durch die direkt nebeneinander angeordnete Raumbühne und das große Haus ergeben sich Synergieeffekte in der Flexibilität der Nutzung.“ Nach einem kreativen, intensiven Arbeits- und teils kontroversen Diskussionsprozess stehen die Preisträger des Wettbewerbes für den Theaterneubau fest: Das Architekturbüro Hascher Jehle Assoziierte GmbH aus Berlin wurde von der Jury mit dem ersten Platz ausgezeichnet, gefolgt von den Entwürfen der Architekturbüros Bez + Kock aus Stuttgart und pfp architekten aus Hamburg, die sich gleichrangig Platz Drei teilen. „Allen drei Preisträgern ist es gelungen, sich städtebaulich in die Umgebung einzufügen und auf die funktionalen Anforderungen des Auslobers eine gelungene Antwort zu finden“, begründet die Jury.

Der Planungswettbewerb wurde im Auftrag der Hanse- und Universitätsstadt Rostock durch die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) europaweit ausgelobt. Die Architekten waren aufgerufen, realisierbare Entwürfe für den Theaterneubau vorzulegen. Aus dem Bewerbungsverfahren gingen zehn Arbeiten hervor, die zum Wettbewerb zugelassen wurden. Die Büros kommen aus Berlin, Hamburg, Stuttgart, Paris und Bregenz. Die Jury, bestehend aus Architekten, Vertretern der Stadtverwaltung und des Volkstheaters, bewerteten die Arbeiten anhand ihrer gestalterischen und räumlichen Qualität, der Umsetzung der Nutzungsanforderungen, des Verhältnisses der Baukosten zur Brutto-Grundfläche und der städtebaulichen Gesamtidee. Besondere Beachtung fanden zusätzlich die Gestaltung der Erdgeschossfassaden sowie die Wirkung des Objektes als Solitär. „Das Volkstheater ist ein wichtiger kultureller Grundpfeiler und trägt damit zu einer Steigerung der Lebensqualität in unserer Stadt bei. Zu viele Jahre wurde über den Neubau diskutiert - mit dem Wissen, dass das Bestandstheater nicht zukunftsfähig ist. Mit dem Wettbewerb beginnen wir nun endlich zu handeln. Wir sollten in Rostock ein Theater haben, auf das wir alle stolz sein können. Ein Theater, das feine und experimentelle Kunst zulässt und gleichzeitig Kunst für ein breites Publikum fördert. Wir haben einen offenen, freundlichen, designorientierten Entwurf ausgewählt, der einerseits die städtebaulichen Strukturen respektiert und anderseits mit seinem Panoramadeck allen Rostockern und deren Gästen einen beeindruckenden Blick über unseren Stadthafen ermöglicht“, verdeutlicht Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen, der als Jurymitglied über die Entwürfe mitbestimmen durfte.

Auch Theaterintendant Ralph Reichel gehörte zum Preisgericht: „Rostock hat die einmalige Chance ein neues Theater zu bekommen. Bei der Konzeption der Aufgabenstellung wurden daher konkrete Angaben zu Flächen, Bedarfen und Kosten festgelegt. Nur wenn diese eingehalten werden, kann das Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden. Diese Vorhaben werden von den prämierten Entwürfen erfüllt. Deswegen kann jetzt aus dem Traum Realität werden“, sagt er. Die Umsetzung des Bauprojektes wird in der Hand vom „Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock“ liegen. Der Wettbewerb wurde europaweit veröffentlicht. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat zugesagt, das Projekt Theaterneubau mit bis zu 51 Millionen Euro zu unterstützen. „Der Neubau ist dringend erforderlich. Die aktuelle Spielstätte weist erhebliche Mängel hinsichtlich der technischen Anlagen auf, die im schlimmsten Fall zu einer Beeinträchtigung des Spielbetriebes führen können“, verdeutlicht RGS- und KOE-Chefin Sigrid Hecht. Als Bauherrin wird sie den Bauvorhaben von der Planung bis zur Fertigstellung begleiten: „Als nächstes werden wir unter Berücksichtigung der Juryentscheidung und der Wirtschaftlichkeit der Entwürfe mit den drei Preisträgern in die Verhandlungen gehen.“

Die Wettbewerbsbeiträge werden vom 07. bis 11. Oktober in der Rathaushalle, Neuer Markt 1, präsentiert. Im Anschluss können die Unterlagen vom 14. bis 23. Oktober in den Geschäftsräumen der RGS, Am Vögenteich 26, montags bis donnerstags in der Zeit von 9 bis 16 Uhr eingesehen werden.
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