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Umbau ehemaliges Brandlabor(Abgeschlossenes Projekt)

Ausbildungszentrum der Brandmeisteranwärter
Alter Hafen Süd 5, 18069 Rostock

Visualisierung Ausbildungszentrum der Brandmeisteranwärter
Visualisierung Ausbildungszentrum der Brandmeisteranwärter
Luftaufnahme
Luftaufnahme

Rostock wird Ausbildungs­zentrum für die sechs Berufs­feuerwehren Mecklenburg-Vorpommerns: Der „Eigenbetrieb Kommunale Objekt­bewirtschaftung und -entwicklung der Hanse- und Universitäts­stadt Rostock“ (KOE) baut hierfür das ehemalige Brandlabor im Fischerei­hafen um.

Das bestehende Gebäude mit zwei Brand­versuchs­räumen wird im Sinne der theoretischen Brandmeister­ausbildung neugestaltet: Aus den ehemaligen Tank­lagern werden Seminar- und Schulungs­räume, aus den einstigen Brandversuchs­räumen Werkstatt- und Lager­flächen für die Ausbildungs­kleidung und Übungs­geräte.Durch eine Erweiterung des Ober­geschosses können darüber hinaus neue Büros geschaffen werden.

Im Kontext der Gesamt­maßnahme werden auch die Sanitär­bereiche renoviert und die Brand­platte im Außen­bereich voll­ständig zurück­gebaut.

Zusätzlich sind auf dem Grundstück der Neubau einer Doppel­garage und eines angrenzenden Carports für die Unter­bringung von Einsatz­fahrzeugen und Mannschafts­transport­wagen vorgesehen.

Ein Freigelände für die praktische Ausbildung

Zur Optimierung der Ausbildungs­organisation wird direkt neben dem Theorie­gebäude ein Übungs­gelände für die praktische Ausbildung errichtet. Diese umfasst etwa zwei Drittel der Laufbahn­ausbildung. Die Brandmeister­anwärter lernen hier das taktisch korrekte Verhalten im Brandeinsatz, die Grund­lagen der Technischen Hilfe­leistung und des Gefahrengut­einsatzes sowie die Grund­lagen der Absturz­sicherung und das Selbst­retten bei Einsätzen in Höhen und Tiefen.

Zusätzlich kann der Ausbildungs­komplex künftig zur Fortbildung bereits ausgebildeter Feuerwehr­beamter genutzt werden – dies gilt auch für die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt.

Der Umbau des Brandlabors sowie die Herrichtung des Übungs­geländes werden vollständig durch den Eigenbetrieb KOE Rostock finanziert. Die Kosten von insgesamt rund 2,7 Millionen Euro werden durch Eigenmittel und Kredite getragen. Die Fertig­stellung des Projektes ist für das zweite Quartal 2019 avisiert.


Fakten und Zahlen:

Bauzeit: 2018 bis 2020
Investitionsvolumen: rund 2,7 Millionen Euro


Artikel zum Projekt

25.10.2019 Rostock öffnet Ausbildungszentrum für Berufsfeuerwehren des Landes

Das ehemalige Brandlabor wurde umfangreich zum Ausbildungszentrum der Berufsfeuerwehren des Landes MV umgebaut.
Die Brandplatte im Innenhof wurde vollständig entfernt. Stattdessen haben dort die Einsatzfahrzeuge Platz.
Zur Eröffnung des Ausbildungszentrums lobte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister die Courage der jungen Brandmeisteranwärter.
Johann Edelmann, Leiter des Rostocker Brandschutz- und Rettungsamtes, erklärt die Module der Ausbildung zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau.
Das ehemalige Brandlabor im Rostocker Fischereihafen hat einen neuen Namen und eine neue Funktion: Ab sofort werden hier die Brandmeister des Landes Mecklenburg-Vorpommern von Morgen ausgebildet. Um dieser neuen Bestimmung gerecht werden zu können, wurde das Gebäude innerhalb eines Jahres durch den „Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock“ (KOE) umfangreich umgebaut.

Der Personalbedarf in den Berufsfeuerwehren ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, sodass inzwischen zweimal pro Jahre Brandmeisteranwärter ausgebildet werden. Bisher stand für die Ausbildung die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz (LSBK) in Malchow zur Verfügung. Die gestiegenen Teilnehmerzahlen haben die LSBK jedoch vor kaum zu bewältigende organisatorische und personelle Herausforderungen gestellt. Aus diesem Grund hat das Ministerium für Inneres und Europa Mecklenburg-Vorpommern‎ einen alternativen Ausbildungsstandort gesucht.

„Nach Gesprächen mit der LSBK und der Berufsfeuerwehr Rostock wurden im vergangenen Jahr die rechtlichen Grundlagen geschaffen, die Ausbildung in Rostock durchführen zu können und die Landesfeuerwehrschule auf diesem Weg zu entlasten. Im Gegenzug beteiligt sich das Land an den Ausbildungskosten“, erklärt der zuständige Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung Dr. Chris Müller-von Wrycz Rekowski. Zum 1. April 2018 hat die Berufsfeuerwehr Rostock die neuen Aufgaben übernommen, zu diesem Zeitpunkt noch an ihrem Standort in Groß Klein. „Innerhalb der Stadtverwaltung wurde bereits nach einer Lösung zur Verbesserung der Ausbildungsbedingungen gesucht. Das ehemalige Brandlabor wurde hierfür favorisiert“, so Johann Edelmann, Leiter des Rostocker Brandschutz- und Rettungsamtes.

Für die Modernisierung des Gebäudes wurden rund 2,2 Millionen Euro aufgewendet. Die Finanzierung erfolgte über städtische Eigenmittel und Kredite.

„Wir haben die vorhandenen Raumstrukturen aufgelöst und neue Schulungs-, Büro- und Lagerkapazitäten geschaffen. Hierfür mussten die Wände teilweise durchbrochen werden. Die vorhandenen Boden-, Wand- und Deckenbeläge wurden erneuert. Die Brandplatte im Außenbereich wurde vollständig zurückgebaut, stattdessen wurde auf dem Grundstück eine neue Doppelgarage mit angrenzendem Carport zur Unterbringung der Einsatzfahrzeuge und Mannschaftstransportwagen errichtet“, verdeutlicht Bauherrin Sigrid Hecht. „Brandversuche werden im ehemaligen Brandlabor nicht mehr stattfinden. Das notwendige Übungsgelände für die Brandmeisterausbildung Am Bahnhof 8-9 in Bramow ist in Planung“, erläutert die KOE-Chefin.

Am 7. Oktober startete der neue Lehrgang der Brandmeisteranwärter in die Grundausbildung. Es ist der erste Jahrgang, der im neuen Ausbildungszentrum der Berufsfeuerwehren des Landes seinen Vorbereitungsdienst antritt. „Die theoretische Ausbildung umfasst zirka ein Drittel der Laufbahnausbildung, zwei Drittel sind Praxis. Die Anwärter erlernen fachkundige Grundlagen, unter anderem zum Brennen und Löschen, zum Strahlenschutz, zur Mechanik sowie zur Wärme- und Elektrizitätslehre, bevor sie ihr Wissen in der Fahrzeug- und Gerätekunde sowie in der Einsatzlehre vertiefen. Im praktischen Teil der Ausbildung werden die Anwärter mit Einsatzübungen an ihre künftigen Tätigkeiten herangeführt“, fasst Johann Edelmann zusammen. An dem Standort im Fischereihafen wird die Grundausbildung für das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Gleichzeitig wird das Gebäude durch die Berufsfeuerwehr Rostock für Schulungen und Weiterbildungen genutzt sowie als Sitz für die Dienstfahrschule.

Die Dienststätten der städtischen Feuerwehr liegen seit 2012 in der Verwaltung vom Eigenbetrieb KOE Rostock. „Die Bestandsaufnahme in den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass hinsichtlich der Gebäudestruktur vielerorts Defizite bestehen. Die Planungen für die Sanierung und Erweiterung der Hauptwache in der Erich-Schlesinger-Straße werden aktuell weiter konkretisiert, sodass wir voller Hoffnung sind, 2020 mit dem ersten Bauabschnitt beginnen zu können. Parallel dazu erarbeiten wir derzeit die Entwurfsunterlage-Bau für den Neubau einer dritten Feuerwache in der Hinrichsdorfer Straße“, sagt Sigrid Hecht. „Für beide Vorhaben zusammen wird in der Summe ein hoher zweistelliger Millionenbetrag benötigt. Auch für eine Stadt wie Rostock ist das eine sehr große finanzielle Herausforderung. Wir hoffen in dieser Beziehung daher auf Unterstützung der Landesregierung“, ergänzt Dr. Chris Müller-von Wrycz Rekowski.

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